Szenische Lesung: Irene Colin & Klaus Haberl
Musik: Richard Graf

Die Luft ist wie Champagner –
Amüsantes und Pikantes rund um die Liebe

Die episodenhaften Einakter Arthur Schnitzlers, die die verschiedenen zeitlosen Facetten turbulenter Beziehungen zwischen Frau und Mann zeigen, werden durch die Schauspieler in dieser amüsanten szenischen Lesung zu prickelnd sinnlichem Leben erweckt. Der Komponist und Gitarrist Richard Graf unterstreicht dies mit seiner dafür komponierten  und live dargebotenen zeitgenössischen Musik eindrucksvoll.

Zahlreiche Vorstellungen in ganz Österreich, sowie Gastspiele in München, Bremen, Bratislava, Budapest, Debrecen, Szeged, Pécs, Bukarest, Zagreb, Krakau, Oppeln in Schlesien, Lyon, Bordeaux und Paris.

Programm:

• Der junge Herr und die junge Frau (aus "Der Reigen"/4. Szene)

• Fräulein Else

• Die überspannte Person

• Sylvesternacht

• Halbzwei




Pressestimmen:

Süddeutsche Zeitung
„Irene Colin spricht die Monologe der Frauen mit dem wienerischen Charme der Jahrhundertwende, kombiniert mit dem Gestus der modernen Frau von heute. Die Frauen aus „Sylvesternacht“ und „Halbzwei“ könnte man gut und gerne ins 21. Jahrhundert integrieren. Die Art der Interpretation von Irene Colin macht bewusst, dass sich das weibliche Wesen an sich in hundert Jahren nicht dramatisch verändert hat, umso mehr jedoch die gesellschaftliche Situation der Frau... Leichter hatten es da natürlich die Männer. Außereheliche Affären waren an der Tagesordnung. Das männliche Wesen an sich – so lesen wir aus Schnitzlers Texten – scheint evolutionsresistent zu sein. Ob Macho oder begehrender Liebhaber, Klaus Haberl liest und spielt diese Texte derart überzeugend, dass es schien, als entstammten sie dem Protokoll einer aktuellen Paarbeziehung....“

 

Münchner Merkur
„Noch ist die Luft von Champagner durchdrängt, und in der „Sylvesternacht“ gleicht der verschneite Garten eines Wiener Palais einer weichen, zarten Schneedecke. Hintergrund für Erinnerungen, Geständnisse und unfreiwillige Entblößungen. Der Sohn des Hauses nähert sich zunächst mit konventioneller Artigkeit der glamourösen Dame, die so abwesend in die Winternacht herausträumt... Colin und Haberl scheinen mit minimalen Mitteln zu agieren und horchen ihre Texte und Sprech-Duette auf Modulierungen, Färbungen und verzweigte Bedeutungsspuren ab. Und während das Publikum sich über Fehltritte und Verfehlungen der Figuren zwischen Schlafzimmer und Salon amüsiert, ahnte es zugleich etwas vom zerstörerischen Rhythmus der Triebe...Und ein Hauch melancholischen Mitleids liegt auch über diesem kammer-musikalischem Theaterabend, dessen Zärtlichkeit von dem Gitarristen Richard Graf eindrucksvoll unterstrichen wird.“

Badener Zeitung
„Mit zarter Erotik in Modulation und Körpersprache gestalteten Irene Colin und Klaus Haberl am vergangenen Freitag ihre Schnitzler-Lesung im Theater am Steg. Bei Irene Colin genügte oft schon ein leichtes Heben der Braue, ein kurzer Lidschlag, ein leises Lächeln um inneres Geschehen nicht nur hör- sondern auch sichtbar zu machen. Sie war ebenso glaubhaft als verspielte, kokette junge Frau, wie auch als wehmütige, jederzeit die Situation kontrollierende reifere Dame. Klaus Haberl stand seiner Partnerin um nichts nach....Amüsiert lauschte das zahlreich erschienene Publikum den Erzählungen Arthur Schnitzlers, belustigte sich an den fein gesponnenen Lügen zwischenmenschlicher Beziehungen und an den vielfältigen Möglichkeiten gesellschaftliche Zwänge zu umgehen...In den Zwischenpausen ließ Richard Graf mit seinem Gitarrespiel Erinnerungen an ferne Sommer aufkommen.“

Rezension Ungarn-Tournee
„Die Österreich-Bibliothek Debrecen lud in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum Budapest und der Nationalbibliothek Debrecen am 23. März 2010 zu einer in vielerlei Hinsicht erfrischend unkonventionellen Arthur Schnitzler Lesung ein. Den zahlreichen ZuhörerInnen wurde von den österreichischen Film- und Bühnenschauspielern Irene Colin und Hannes Gastinger eine spannende, amüsante und sehr lebendig gestaltete literarische Reise durch das Werk Arthur Schnitzlers dargeboten. Den von Schnitzler vor mittlerweile bald 100 Jahren verfassten Schriften zu den zeitlos aktuellen Wirrungen und Verwirrungen der Liebe und Erotik wurde durch das virtuose Spiel des österreichischen Konzertgitarristen Richard Graf gekonnt und subtil Leben eingehaucht. Manchmal hatte es sogar den Anschein, als wäre Schnitzlers Fräulein Else höchstpersönlich ins Cafe Galeria gekommen, um die Anwesenden in die Facetten der turbulenten Beziehungen zwischen Mann und Frau einzuführen.“


Szeged: Brief Dr. Csúri an das KF in Budapest
„Ich glaube ohne Übertreibung sagen zu können, dass dies der erfolgreichste Event war, den das Österreichische Kulturforum je in Szeged veranstaltet hat. Die Texte waren gut ausgewählt, schön, deutlich und im besten Sinne schauspielerisch vorgetragen. Auch für die Studierenden war alles verständlich, sie haben die Lesung - ich weiß das von ihnen - alle sehr genossen und auch für nützlich gehalten. Dies drückte sich übrigens in ihrem ungewöhnlich langen "standing/sitting ovation" aus. Ich mag zwar keine großen Worte, aber diesmal glaube ich ernst, dass die Vorstellung über die Vortragenden und den Autor Schnitzler hinaus Österreich und dem Österreichischen allgemein viel Sympathie und Anerkennung entgegengebracht hat.“
Dr. Károly Csúri, Universität Szeged, Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur

Kultur – Splitter
„Ein schlichtes Ambiente lässt uns am Abend des 20. Oktober gespannt sein auf das Kommende. Sechs kleine Lichtspots, ein karger Tisch mit zwei Wassergläsern, zwei Stühle, ein dritter etwas entfernt; ein reinweißer Hintergrund, von dem sich Wörter, Sätze, Gesprochenes und Gespieltes gut abheben können – vielleicht besser als von allzu bunter Kulisse. Der stimmungsvolle Raum ist schon lange vor Beginn voll von Besuchern, die sich von der Ankündigung „Amüsantes und Pikantes von Arthur Schnitzler“ gerne verführen ließen. Und der Abend hält mehr als er verspricht....In den nächsten zwei Stunden erleben wir eine gespielte Lesung, oder auch ein gelesenes Spiel, dargeboten von zwei in elegantes Schwarz gekleideten, grandiosen Schauspielern, begleitet von einem virtuosen Gitarristen.
Irene Colin und Klaus Haberl, die an Burgtheater, Volkstheater und an der Josefstadt genauso daheim sind wie in Film und Fernsehen, erwecken Schnitzlers episodenhafte Einakter zu pikant sinnlichem Leben. Köstlich und herzerquickend das Spiel der beiden; ironisch, leichtfüßig und tiefsinnig zugleich die Texte des Fin de siecle-Dichters Arthur Schnitzler...Richard Graf füllt die Pausen zwischen den Stücken mit Selbstkomponiertem. Sein herrlich dissonanter Dreiertakt erinnert an den bitteren Charme Wiens; er ergänzt und verstärkt die Vorstellung der Schauspieler, die an diesem Abend zeigen, dass sich nur derjenige solch karge Kulisse leisten kann, der sie mit großem Können füllt. Bravo den Spielern, und Dank dem Veranstalter!“


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